Warzenbehandlung heute

Lästig, verbreitet, unscheinbar, hartnäckig. So erstaunlich es klingen mag: Auch im 21. Jahrhundert ist die Behandlung von sogenannten „vulgären“ (also gewöhnlichen) Warzen eine Herausforderung, insbesondere wenn sie an der Fußsohle vorkommen.
Nach wie vor bedarf es großer Geduld, um die Plagegeister zu vertreiben. Viele Betroffene kommen zu uns mit der Bitte, wir mögen die ungeliebten Gäste doch einfach wegmachen. Nun ja, wir würden das gerne tun, wenn wir den Betroffenen damit wirklich einen Gefallen täten. Die Realität ist jedoch anders. Nach operativer oder Laser-Entfernung von Warzen kommen diese zu einem hohen Prozentsatz wieder. Nun hat der eine oder andere vielleicht die Erfahrung gemacht, dass nach dem Herausschneiden der Warze z.B. an der Fußsohle tatsächlich eine Abheilung stattfand. Die Quote solcher Abheilungen ist jedoch sehr niedrig. Auf der anderen Seite muss jeder, der eine operative Warzenentfernung über sich ergehen lässt, insbesondere an der Fußsohle mit schmerzhaften Einschränkungen rechnen. Mit anderen Worten: man kann möglicherweise 3-4 Tage lang nicht mehr richtig auftreten....
Kurzum, wir bevorzugen in unserer Praxis ein kombiniertes Vorgehen: Die Hornauflagerungen werden mechanisch abgetragen, es wird flüssiger Stickstoff (- 196 °C) aufgesprüht (sog. Kryotherapie). Der Betroffene trägt täglich zweimal eine Warzentinktur auf. Nur die Kombination macht unserer Erfahrung nach den Erfolg. Also: Nicht nur die im Handel erhältliche Kältetherapie, nicht nur das Auftragen einer Warzentinktur, nicht nur das Abtragen der sichtbaren Hornverdickung. Übrigens hat eine neue Untersuchung von Bruggink et al. (CMAJ 2010)  gezeigt, dass die Kryotherapie bei der Behandlung von Warzen, die nicht an der Fußsohle waren, als Einzeltherapie anderen Therapieverfahren (incl. dem Abwarten) überlegen war. Und für die, die der bisherigen (Eigen)behandlung überdrüssig sind, bieten wir natürlich alternative Verfahren wie die Intensiv-Säurebehandlung oder die Abtragung mit dem Erbium-YAG-Laser an. Wir werden alle zur Verfügung stehenden Verfahren einsetzen. Dann gelingt es zumindest in 80-90% der Fälle, die Plagegeister in 3-6 Monaten los zu werden.